Selbst die Mode ist vor den Auswirkungen der Corona-Krise nicht sicher. Was bisher als gesetzter Stil in Sachen Bürokleidung galt, wird nach Monaten im Home Office zunehmend in Frage gestellt. Wie lange werden Anzug und Kostüm uns im Beruf noch begleiten?

Geht es nach Trendforscher Carl Tillessen vom Deutschen Mode-Institut sind die Tage der formalen Bürokleidung gezählt. In einem Interview gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) prognostiziert er eine nachhaltige Veränderung der Bürokleidung 2021: „In nur einem Jahr sind wir weggekommen von dem klassischen Business-Look, also Anzug, Hemd, Krawatte oder Kostüm und Bluse. Einfach, weil man jetzt im Home Office gar keine Verwendung mehr für diese Kleidung hat.“

Tillessen sieht den „casual friday“ künftig als Standard während der ganzen Arbeitswoche. Für ihn ist zudem Jersey das Material der Stunde. Immerhin: die klassische Jogginghose wird wohl weiter auf den privaten Bereich beschränkt sein.

Krawatte und Kompetenz?

Dabei wurden immer wieder US-Studien veröffentlicht, die auf einen Zusammenhang zwischen Kleidung und Beruf schließen lassen. So untersuchte eine Studie der Columbia Business School den Zusammenhang zwischen formeller Kleidung und abstraktem Denken. Eine Erkenntnis daraus ist, dass der Business-Look unter anderem ein Gefühl von Kompetenz vermittelt, welches bei der Entscheidungsfindung zum Tragen kommt.

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Chino-Hose und Hemd oder wie es bei mir jetzt ist Kapuzenpulli und Jeans. Alles geht bei uns. Wichtig ist, was drinsteckt.

Markus Brünen / Geschäftsführung

Charakter ist entscheidend

Natürlich ist in der IT-Beratung der Dresscode maßgeblich von den Vorgaben des Kunden abhängig. Bei der Windhoff Group geht man mit dem Thema liberal um und setzt sich damit gegenüber anderen Beratungshäusern ab. Einen offiziellen Dresscode hat es intern nie gegeben. Markus Brünen, Sprecher der Geschäftsführung, bringt es während der Videoaufnahmen zur Kampagne „besserbeiwindhoff“ auf den Punkt: „Ich sage es mal so: Chino-Hose und Hemd oder wie es bei mir jetzt ist Kapuzenpulli und Jeans. Alles geht bei uns. Wichtig ist, was drinsteckt.“ Am Ende ist bei der Bürokleidung anno 2021 vor allem der Charakter entscheidend, nicht das Muster auf der Krawatte.

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