Nicht erst seit der Corona-Pandemie verändert sich die Art und Weise wie wir Menschen arbeiten. Allerdings hat das Tempo dieser Veränderungen zuletzt eine deutliche Beschleunigung erfahren. Zum Jahreswechsel gibt es erste Prognosen, mit welchen Entwicklungen Arbeitnehmende und Organisationen unbedingt rechnen sollten.

Um eines vorwegzunehmen. „New Work“ ist per se nicht neu, sondern ein Prozess, der niemals komplett abgeschlossen ist. Er umfasst sämtliche moderne Formen des Arbeitens. Folgerichtig sprechen Experten bei New Work von einem Megatrend. Das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main bezeichnet Megatrends beispielsweise als „Lawinen in Zeitlupe“. Sie stellen langfristige Wandlungsprozesse mit enormen Ausmaßen dar und erstrecken sich über mehrere Jahrzehnte. Damit grenzen sie sich deutlich gegenüber kurzfristigeren Trends ab.

Das Ende für tradierte Konzepte?

Bernard Marr gehört mit über zwei Millionen Followern auf seinen Social-Media-Kanälen zu den einflussreichsten Autoren im englischsprachigen Raum, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht. Zuletzt veröffentlichte der Business-Influencer und Vordenker auf LinkedIn die seiner Meinung nach vier größten Trends bei der Entwicklung von Arbeitsplätzen 2023.

  1. Remote Work und Hybrides Arbeiten
    Auch Marr ist sich wie viele Experten sicher, dass Remote Work in 2023 und darüber hinaus einen festen Platz einnehmen wird. Die Vorteile davon haben die Akzeptanz bei Arbeitnehmenden und Organisationen gesteigert. Dennoch gibt es Faktoren wie die IT-Sicherheit, die zum regulierenden Faktor werden. Es liegt an beiden Seiten, die beste Lösung für einen hybriden Ansatz zu entwickeln.
  2. Monitoring von Arbeitsplätzen
    Wenn Marr über das Monitoring von Arbeitsplätzen spricht, geht es ihm nicht um die Überwachung des Arbeitnehmenden. Vielmehr sieht er darin eine Notwendigkeit, die sich durch die Verteilung von Teammitgliedern rund um den Globus ergibt. Organisationen, die Tracking-Software für ihre Mitarbeitenden richtig einsetzen, legen Wert auf Themen wie Privatsphäre und Gesundheit und nicht darauf, ständig Leistungsdaten abzurufen.
  3. Kollaborationstools und das Metaverse
    Meta setzt auf den Horizon Workroom, Nvidia auf Omniverse und Microsoft rollt die Plattform Mesh aus. Alle drei Ansätze setzen auf einen virtuellen Arbeitsplatz, in dem dezentrales Zusammenarbeiten möglich ist. Ob 2023 den Durchbruch für solche Konzepte mit sich bringt, bleibt abzuwarten. Elemente daraus, wie die Nutzung von Avataren, werden sich laut Marr definitiv bemerkbar machen.
  4. Flexible Arbeitszeiten
    Bei der 5-Tage-Woche könnte sich ebenfalls ein nachhaltiges Umdenken einstellen. Die positiven Ergebnisse bei reduzierten Arbeitswochen aus Ländern wie Schweden, Island oder Belgien rücken das Verhältnis zur tradierten Arbeitszeit in ein neues Licht. Damit einhergehend werden flexible Stundenmodelle ebenfalls weiter an Bedeutung erlangen.

Welchen Effekt diese Entwicklungen im Megatrend New Work wirklich haben, können selbst die Experten nicht zu 100 Prozent einschätzen. Dass sie Auswirkungen haben werden, ist allerdings gesetzt – und das gilt für Arbeitnehmende sowie Organisationen gleichermaßen.

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