Der Januar gilt als Monat des bewussten Verzichts. Vor allem die Lebensmittelindustrie zieht mit. Der Veganuary animiert zu veganem Essen, der Dry January regt zum Verzicht auf Alkohol an. Ein Analogue January wäre eigentlich nur konsequent, wenn man an Digital Detox denkt.

Unter Digital Detox, also einer „digitalen Entgiftung“, versteht man den Verzicht auf digitale Endgeräte, die den Alltag vielerorts mitbestimmen. Dabei steht das Smartphone unangefochten auf dem ersten Platz. Natürlich muss man nicht jeden Trend mitmachen. Aber wenn es um die eigene Gesundheit geht, gilt es den Umgang mit dem Smartphone zu überdenken. Dieser kann zur digitalen Stressfalle und einem veritablen Produktivitätskiller werden.

Stress kostet Produktivität

Unsere Smartphones begleiten uns überall mit hin. Dabei geht es nicht nur darum, dass wir aktiv als Nutzer die Welt nur einen Handgriff entfernt haben, sondern dass das Smartphone nachhaltig unseren Tagesablauf prägt. Das kann bis zu suchtähnlichen Verhaltensweisen reichen, die eng mit dem Begriff „FOMO“ (engl. Fear of Missing Out), die Angst etwas zu verpassen, gekoppelt sind. Daraus resultiert digitaler Stress, der sich negativ auswirkt und die Angst ohne Mobiltelefon auskommen zu müssen befeuert. Dafür gibt es sogar einen eigenen Begriff: „Nomophobie“. Das ist ein Schachtelwort aus „no mobile phone“ sowie „phobia“.

Dass das eben nicht nur auf unsere Gesundheit, sondern ebenfalls unsere Produktivität schlägt, ist keine Überraschung. Zahlen dazu gibt es viele. Laut der Universität Bonn schauen wir durchschnittlich 53-mal am Tag auf das Handy. Jede Ablenkung hat Folgen. Schon 2018 wurden Zahlen veröffentlicht, nach denen es bis zu 25 Minuten nach jeder Ablenkung dauern kann, bevor wir zu unserer eigentlichen Aufgabe zurückkehren.

Mit Digital Detox gegensteuern?

Da sollte doch das Interesse an Digital Detox oder einem Analogue January gegeben sein. Tatsächlich ist das grundlegende Bewusstsein für das Thema vorhanden, aber nur etwa 10 Prozent der Nutzer kann sich 2023 zeitweise einen kompletten Verzicht auf digitale Endgeräte vorstellen. Entsprechende Zahlen veröffentlichte YouGov vor kurzem. Gestützt wird das Ergebnis vom Digitalverband Bitkom, der in eine ähnliche Richtung fragte. Darin sprachen sich sogar 51 Prozent der Befragten gegen jedwede Änderung ihres Nutzungsverhaltens aus. Digital Detox bleibt damit unter dem Strich eine höchst individuelle Angelegenheit. Wobei einem Analogue January ein gewisser Charme mit Blick auf die Plattensammlung oder das Bücherregal nicht abzusprechen ist.

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